Die Raummaschine

Das Entfolge-Manifest

| Comments

Für viele von uns Netzbewohnern(tm) bildet Twitter einen zentralen Dreh- und Angelpunkt in unserer digitalen Kommunikation. Peergroups und Netzwerke entstehen hier schneller als irgendwo anders und werden an Followings und Followern festgemacht. Das führt in dem Tempo, in dem man neue, tolle und spannende Menschen kennenlernt auch dazu, dass die eigene Timeline immer voller, unübersichtlicher aber irgendwie, irgendwo, irgendwann auch unwichtiger wird. Doch selbst wenn sich die Beziehung zu einem anderen Netzbewohner bereits auf andere Kanäle ausgeweitet hat, fällt es oft schwer, jemanden auf Twitter zu entfolgen oder entfolgt zu werden.

Ich selbst bin gerade dabei meine Timeline “aufzuräumen”, beziehungsweise umzugestalten und meinen aktuellen Bedürfnissen an eine Twitter-Timeline anzupassen, wobei ich teilweise auch Twitterer, die ich nicht aus den Augen verlieren möchte auf Listen sortiere. Dabei bin ich in meiner Timeline auf das etwas dramatisch benannte ”Unfollow Manifesto” gestoßen, dem ich, einmal jeglichen weiteren Kontext spezieller “Entfolgungen” außen vor gelassen, voll und ganz zustimme. Deshalb möchte ich es in einer kurzen Übersetzung querposten.

Das Entfolge-Manifest

An irgendeinem Punkt in der Vergangenheit habe ich entschieden dir auf Twitter (oder einem anderen sozialen Netzwerk) zu folgen, weil ich den Eindruck hatte, deine Postings könnten für mich von Interesse sein.

Aber kürzlich musstest du feststellen, dass ich dich entfolgt habe.

Nun bist du vielleicht verwirrt, traurig oder wütend. Das musst du nicht. Befolge einfach diese drei einfachen Regeln.

  1. Du bist mir entfolgt, weil das was ich schreibe einfach nicht dein Ding ist. Das ist in Ordnung, nichts für Ungut. Ich nehme es nicht als Beleidigung war. (Ehrlich.) Ich nehme an, dass die Dinge zwischen uns außerhalb dieses Dienstes entspannt sind, außer ich habe irgende eine schreckliche Scheiße geschrieben, die dich verletzt hat. In diesem Fall tut es mir wahrscheinlich leid.

  2. Ich habe dir entfolgt, weil das was du schreibst einfach nicht mein Ding ist. Aber das ist in Ordnung. Fasse es nicht als Beleidigung auf. (Wirklich.) Geh davon aus, dass die Dinge zwischen uns außerhalb dieses Dienstes weiterhin entspannt sind, außer du hast irgendeine eine schreckliche Scheiße geschrieben, die mich verletzt hat. In diesem Fall: fick dich.

  3. Wenn du es als Beleidigung auffasst, dass ich dir entfolgt bin, ist das dein Problem, nicht meins. (Wirklich.)

Comments